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Grundlagen

Pelletgrill einbrennen: Schritt für Schritt

Von der Redaktion Pellet-SmokerAktualisiert: 13. Oktober 202610 Min. LesezeitEnthält Affiliate-Links*

Symbolbild: Pelletgrill einbrennen: Schritt für Schritt
Inhalt
  1. Warum du den Pelletgrill einbrennst
  2. Was du vorab bereitlegst
  3. Einbrennen im Überblick: Vorgaben der Hersteller
  4. Schritt für Schritt: ein Ablauf für die meisten Pelletgrills
  5. Rauch, Geruch und was dabei normal ist
  6. Zubehör, das beim ersten Start hilft
  7. Nach dem Einbrennen: der erste Grillabend
  8. Fazit: einmal richtig einbrennen, dann entspannt grillen
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Kurz gesagt: Beim Einbrennen lässt du den Grill einmal ohne Grillgut mit geschlossenem Deckel heiß laufen, je nach Hersteller 30 bis 50 Minuten bei Temperaturen ab 176 °C bis etwa 250 °C, oft nach dem Vorfüllen der Förderschnecke.

Bevor auf dem neuen Pelletgrill das erste Fleisch liegt, steht ein einmaliger Vorgang an: das Einbrennen. Er entfernt Rückstände aus der Fertigung und bereitet die Förderschnecke vor. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Marke deutlich, deshalb vergleichen wir hier die Angaben aus den Bedienungsanleitungen und zeigen einen Ablauf, den du an dein Modell anpassen kannst.

Unsere Empfehlung
Grillschmecker Buche 15 kg

Kurzfazit der Redaktion

Grillschmecker Buche 15 kg

Zum Einbrennen genügt ein neutraler, sauberer Hartholzpellet. Die Grillschmecker-Buchenpellets sind laut Anbieter als echte Grillpellets deklariert und kommen im 15-kg-Sack, der für den Einbrennvorgang und viele weitere Einsätze reicht.

  • 100 % Buchenholz, 6 mm Durchmesser, ohne Zusatzstoffe (Herstellerangabe)
  • Ausdrücklich Grillpellets und keine umgelabelten Heizpellets
  • Produktion in Deutschland laut Anbieter, geeignet für Pelletgrills aller Marken

Eine Einschränkung gilt trotzdem: Traeger schreibt in der Anleitung der Pro-Serie und des Ranger vor, ausschließlich Hartholzpellets der Marke Traeger zu verwenden. Prüfe in deiner Anleitung, welche Pellets dein Hersteller vorgibt, bevor du einen Sack kaufst.

Warum du den Pelletgrill einbrennst

Das Einbrennen erfüllt je nach Hersteller zwei Aufgaben. Burnhard erklärt in der FLINT-Anleitung, der Smoker müsse vor der ersten Zubereitung eingebrannt werden, um eventuelle Produktionsrückstände zu entfernen. Pit Boss beschreibt das Ausbrennen ähnlich: Der Grill soll Fremdstoffe beseitigen, bevor du erstmals Speisen zubereitest.

Die zweite Aufgabe betrifft die Technik. Traeger nennt den Schritt „Initialisierungsfunktion“: Die Förderschnecke wird mit Pellets vorgefüllt, damit die ersten Pellets in den Brenntopf fallen. Das Prinzip erklärt der Glossareintrag zum Einbrennen noch einmal kurz. Wie ein Pelletgrill insgesamt aufgebaut ist, steht in unseren Grundlagen; wer noch vergleicht, findet die Modelle in der Bestenliste der Pelletgrills.

Beachte den Unterschied zum Einbrennen von Gusseisen. Bei der Traeger Ranger liegt eine gusseiserne Grillplatte bei, die laut Anleitung bereits eingebrannt ist. Dieses Einbrennen mit Öl ist ein anderer Vorgang als der Probelauf des Grills. Unser Thema hier ist ausschließlich der Probelauf.

Was du vorab bereitlegst

Lagere die Pellets trocken. Weber empfiehlt für die Searwood-Reihe einen luftdichten Behälter in Innenräumen, fern von Wärmequellen und Feuchtigkeit, und beschreibt, dass gute Pellets beim Brechen knacken statt zu zerbröseln. Wer die Pellets nicht im Originalsack lassen möchte, findet im Zubehör einen Pellet-Lagerbehälter mit Roll-Top-Verschluss*; weitere Ideen stehen im Bereich Zubehör.

Sicherheit: Betreibe den Grill nur im Freien und halte die Abstände aus deiner Bedienungsanleitung ein. Traeger verlangt mindestens 45,7 cm zu brennbaren Materialien, Weber 61 cm, Burnhard 60 cm nach hinten und zur Seite sowie 100 cm nach oben. Verwende nie Benzin, Spiritus oder Anzündflüssigkeit, lass den Grill nicht unbeaufsichtigt und nutze keine Heizpellets. Maßgeblich ist immer die Anleitung deines Herstellers.

Einbrennen im Überblick: Vorgaben der Hersteller

Die Tabelle fasst zusammen, was die jeweiligen Anleitungen vorschreiben. Sie ersetzt nicht das Handbuch zu deinem Gerät, zeigt aber, wie unterschiedlich die Vorgaben sind.

GerätVorbereitungTemperatur und DauerBesonderheit
Traeger Pro 575 / 780Förderschnecke über das Menü „Prime Auger“ vorfüllen177 °C, nach Erreichen 20 Minuten; danach 232 °C für weitere 30 MinutenNur Traeger-Hartholzpellets; Abschaltzyklus beendet das Einbrennen
Traeger RangerFörderschnecke per Tastenkombination vorfüllen (etwa 2 Minuten)250 °C, 30 Minuten, Deckel geschlossenRoste, Grillplatte und Fettablaufblech vorher entnehmen
Weber Searwood 600 / XL 600, SmoqueTeile in der Grillkammer prüfen, Pelletbehälter füllen, Netzkabel anschließenca. 230 °C, mindestens 30 Minuten, Deckel geschlossenDanach Roste mit Grillbürste oder Holzschaber reinigen
Pit Boss Pro Series 850Pelletkammer initialisieren, Startzyklus bei offenem Deckel30 bis 40 Minuten über 176 °C, Deckel geschlossenTrockene, naturbelassene Hartholzpellets
Burnhard FLINTSchnecke, Lüfter und Zündstab prüfen, Pellets vorfüllenDeckel offen auf START, bei weißgrauem Rauch schließen, dann MAX für 45 MinutenVorbereitung wiederholen, wenn die Pellets leer waren

Für den Pelletverbrauch gibt es einen Anhaltspunkt: Burnhard nennt für den FLINT 0,8 bis 1 kg pro Stunde oberhalb von 176 °C. Bei 45 Minuten Einbrennen ergibt das rechnerisch etwa 0,6 bis 0,75 kg; das ist unsere Umrechnung, keine Herstellerangabe. Mehr zum Thema findest du im Glossar unter Pelletverbrauch.

Schritt für Schritt: ein Ablauf für die meisten Pelletgrills

Die Reihenfolge ist bei allen genannten Herstellern ähnlich. Passe die Zahlen an deine Anleitung an.

  1. Grill aufstellen und Verpackung entfernen. Entferne Schutzfolien und Verpackungsmaterial. Weber lässt vor dem ersten Einsatz prüfen, ob Hitzeschirm, Hitzediffusor, Flavorizer Bar und Roste richtig sitzen und das Fett- und Ascheauffangsystem eingesetzt ist.
  2. Auf Fremdkörper prüfen. Traeger, Weber und Burnhard verlangen, Pelletbehälter und Förderschnecke vor dem Befüllen auf Fremdkörper zu kontrollieren, weil diese die Schnecke blockieren können.
  3. Strom anschließen. Netzschalter auf Aus, Stecker in eine geerdete Steckdose, danach einschalten. Welche Besonderheiten für Kabel und Anschluss gelten, erklärt der Beitrag zum Stromverbrauch des Pelletgrills.
  4. Pellets einfüllen und Förderschnecke vorfüllen. Bei Traeger läuft die Schnecke im Menü, bis die ersten Pellets in die Brennkammer fallen. Bei Burnhard stellst du den Regler kurz auf MAX und danach auf COOL DOWN, sobald du die Pellets ankommen hörst.
  5. Zünden und aufheizen. Starte den Grill und folge den Temperaturvorgaben aus der Tabelle. Pit Boss und Burnhard lassen den Deckel während des Startzyklus offen, bis weißer beziehungsweise weißgrauer Rauch aufsteigt.
  6. Deckel schließen und die Zeit laufen lassen. Halte den Deckel geschlossen, damit der Grill die Zieltemperatur hält. Stelle bei Bedarf einen Timer.
  7. Abschaltzyklus abwarten. Schalte den Grill über die vorgesehene Funktion aus. Bei Traeger ist das Einbrennen nach Abschluss des Abschaltzyklus beendet. Hintergrund: Abschaltzyklus.
  8. Abkühlen lassen, Roste reinigen, Stecker ziehen. Reinige die Roste erst, wenn du sie gefahrlos anfassen kannst, und trenne den Grill danach vom Strom.

Praxistipp: Wiederhole das Vorfüllen der Förderschnecke, wenn der Pelletbehälter einmal leergelaufen ist. Traeger beschreibt den Schritt für die Ranger ausdrücklich für den Fall, dass sich keine Pellets mehr im Grill befinden, und Burnhard rät, die Vorbereitung jedes Mal zu wiederholen, wenn die Pellets ausgehen.

Rauch, Geruch und was dabei normal ist

Beim ersten Start siehst du deutlich Rauch. Pit Boss schreibt, der Grill produziere während des Startzyklus Rauch, und sobald sich der schwere weiße Rauch verzogen habe, sei der Startzyklus abgeschlossen. Burnhard beschreibt „weißgrauen Rauch“ als Signal, den Deckel zu schließen und die Temperatur hochzustellen. Der Unterschied zwischen dichtem und dünnem Rauch ist im Glossar unter Weißer Rauch und Blauer Rauch erklärt.

Ein Warnzeichen beschreibt Traeger: Häufen sich beim Start zu viele Pellets an, kann ungewöhnlich dicker und lang anhaltender weißer Rauch entstehen. Schalte den Grill in diesem Fall mit dem Netzschalter aus und trenne ihn vom Stromnetz. Hält die Situation an, können sich nach einiger Zeit Gase bilden und das Feuer ganz entzünden; der Deckel macht dann Geräusche, als würde er „aufstoßen“. Ohne regelmäßige Pflege kann sich daraus ein Fettbrand entwickeln. Lass den Grill vollständig abkühlen, nimm die Innenteile heraus und entferne Asche und Pellets gründlich.

Auch ein öliger Film auf den Blechen gehört zum Neuzustand. Burnhard nennt den Schutzfilm auf den Edelstahlblechen üblich und ungefährlich; das Öl schütze den Edelstahl vor Rost und könne problemlos mit eingebrannt werden. Pit Boss schreibt, die Feuerpfannenteile seien zum Schutz vor Rost auf dem Transport leicht mit Öl beschichtet. Weber lässt vor dem Grillen zudem sämtliches Marketingmaterial vom Smoque entfernen. Bei unklaren Erscheinungen gilt: im Zweifel ausschalten, abkühlen lassen und die Anleitung oder den Hersteller-Support fragen.

Zubehör, das beim ersten Start hilft

Zwei Kleinigkeiten erleichtern die ersten Einsätze. Erstens eine Auskleidung für das Fett- und Ascheauffangsystem: Weber lässt dafür eine Einweg-Tropfschale einsetzen, und für manche Traeger-Modelle mit Fett- und Aschefass gibt es Einwegeinsätze. Der Traeger-Fett- und Aschefasseinsatz im Fünferpack* passt laut Produktangabe nur zu Ironwood, Ironwood XL, Flatrock, Timberline, Timberline XL und der Woodridge-Serie.

Zweitens ein Fleischthermometer für die ersten richtigen Gerichte, damit du nicht nach der Uhr, sondern nach der Kerntemperatur arbeitest. Unsere Empfehlungen dazu stehen im Bereich Zubehör.

Nach dem Einbrennen: der erste Grillabend

Ist der Grill ausgekühlt, kontrollierst du die Roste und setzt Fettablaufblech und Hitzeleitblech wieder ein. Starte dann mit einem einfachen Gericht und beobachte, wie sich Temperatur und Rauch verhalten. Welcher Grill sich für Einsteiger eignet, zeigt die Seite für Anfänger. Rezepte mit Zeitangaben findest du im Bereich Rezepte.

Plane außerdem die laufende Pflege ein, denn Fett und Asche sammeln sich schon nach den ersten Einsätzen an. Traeger empfiehlt, die Komponenten des Fettablaufsystems mindestens zweimal im Jahr zu prüfen; Weber nennt als Richtwert, Brenntopf und Grillkammer nach jedem langsamen Grillvorgang bei niedriger Hitze, nach jedem Anbraten, nach 12 Stunden oder nach 9 Grillvorgängen zu reinigen, je nachdem, was zuerst eintritt.

Fazit: einmal richtig einbrennen, dann entspannt grillen

Das Einbrennen dauert je nach Marke 30 bis 50 Minuten reine Heizzeit und ist ein einmaliger Schritt. Wichtig ist, dass du die Vorgaben deines Herstellers befolgst: Förderschnecke vorfüllen, Temperaturen einhalten, Abschaltzyklus abwarten, Abstände beachten. Danach steht der Grill für den ersten Einsatz bereit. Wer noch vor dem Kauf steht, findet in der Bestenliste der Pelletgrills einen Datenvergleich der gängigen Modelle.

Häufige Fragen

Muss ich einen neuen Pelletgrill wirklich einbrennen?

Traeger und Burnhard schreiben den Schritt vor der ersten Verwendung vor, Pit Boss nennt das vollständige Ausbrennen wichtig, Weber empfiehlt es bei der ersten Inbetriebnahme. Außerdem erfüllt er den technischen Zweck, die Förderschnecke mit Pellets zu füllen. Halte dich an das Handbuch deines Geräts.

Wie lange dauert das Einbrennen?

Das hängt vom Hersteller ab. Weber nennt mindestens 30 Minuten bei etwa 230 °C, Pit Boss 30 bis 40 Minuten über 176 °C, Burnhard 45 Minuten auf der höchsten Stufe. Bei der Traeger Pro-Serie sind es 20 Minuten bei 177 °C und weitere 30 Minuten bei 232 °C.

Kann ich Heizpellets zum Einbrennen nehmen?

Nein. Traeger schreibt, dass niemals Brennstoff-Pellets zum Grillen verwendet werden dürfen, und Weber ordnet an, keine Heizpellets zu verwenden. Burnhard verlangt Pellets, die speziell für Pelletgrills hergestellt wurden. Mehr dazu im Glossar unter Heizpellets.

Kann ich während des Einbrennens schon Fleisch auflegen?

Die Anleitungen verlangen den Probelauf vor der ersten Zubereitung, damit Rückstände aus der Fertigung verbrennen. Lege erst nach dem Abschaltzyklus, dem Abkühlen und der Reinigung der Roste Essen auf.

Muss ich nach dem Einbrennen die Roste reinigen?

Weber lässt die Roste nach dem Einbrennen mit einer Grillbürste oder einem Holzschaber reinigen, bevor der Deckel wieder geschlossen wird. Warte, bis die Roste gefahrlos berührt werden können, und nutze Grillhandschuhe.

Was mache ich, wenn beim Start sehr viel weißer Rauch entsteht?

Traeger rät, den Grill mit dem Netzschalter auszuschalten und vom Stromnetz zu trennen, wenn dicker und lang anhaltender weißer Rauch entsteht. Lass ihn danach vollständig abkühlen und entferne Asche und Pellets gründlich aus Brennkammer und Grill.

Quellen

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